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Neue Nachtwächterweise |
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von Fritz Graßhoff |
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| Leute, Leute, hört mein Tuten | |||
| und laßt raten euch im Guten: | |||
| Ihr Lumpenbrüder im Versteck, | |||
| das Stehlen hat noch keinen Zweck. | |||
| Zehn hat`s geschlagen. | |||
| Der Bauer grunzt noch nicht im Stroh, | |||
| die Magd jagt noch im Hemd den Floh, | |||
| der Knecht muß nochmal aus der Hos, | |||
| im Wirtshaus ist der Teufel los. | |||
| Zehn hat`s geschlagen. | |||
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| Leute, Leute, hört mein Tuten | |||
| und laßt raten euch im Guten: | |||
| ihr Straßenmädchen auf dem Strich, | |||
| geht Heim, wir löschen jetzt das Licht. | |||
| Elf hat`s geschlagen. | |||
| Wenn ihr hernach im Dunkeln fischt, | |||
| könnt ihr nicht sehn, was ihr erwischt. | |||
| Mit einem alten Strolch im Nest | |||
| ist euch gedient nicht zu best. | |||
| Elf hat`s geschlagen. | |||
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| Leute, Leute, hört mein Tuten | |||
| und laßt raten euch im Guten: | |||
| Ihr Säufer all, trinkt aus und geht, | |||
| daß ihr nicht weiße Mäuse seht. | |||
| Zwölf hat`s geschlagen. | |||
| Der Tag ist voll und leer das Faß. | |||
| Und pißt nicht ständig auf die Gaß, | |||
| wenn ihr nach Hause wanken tut, | |||
| sonst kommt die Obrigkeit in Wut. | |||
| Zwölf hat`s geschlagen. | |||
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| Leute, Leute, hört mein Tuten | |||
| und laßt raten euch im Guten: | |||
| Ihr Eheleut geht auseinand`, | |||
| Maß ist Gebot im Ehestand. | |||
| Eins hat`s geschlagen. | |||
| Seid nicht so wild und haltet haus, | |||
| sonst hängt`s euch bald zum Hals heraus. | |||
| Ein Schlag ist gut und auch genung, | |||
| hat er nur Kraft und rechten Schwung. | |||
| Eins hat`s geschlagen. | |||
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| Leute, Leute, hört mein Tuten | |||
| und laßt raten euch im Guten: | |||
| Ihr Halsabschneider im Kontor, | |||
| legt euch nun endlich auch auf`s Ohr. | |||
| Zwei hat`s geschlagen. | |||
| Ihr zählt und rechnet nächtelang, | |||
| ihr treibt den Schuldner an den Strang | |||
| und scheffelt Geld von früh bis spät, | |||
| bis man euch selbst den Hals umdreht. | |||
| Zwei hat`s geschlsgen. | |||
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| Leute, Leute, hört mein Tuten | |||
| und laßt raten euch im Guten: | |||
| Ihr Tippelbrüder im Bereich, | |||
| es war schon lange Zapfenstreich. | |||
| Drei hat`s geschlagen. | |||
| Schleicht heimlich an der Mauer lang | |||
| und pennt auf einer Kirchenbank. | |||
| Euch scheut der Wind, euch drückt der Schuh. | |||
| Ich drücke beide Augen zu. | |||
| Drei hat`s geschlagen. | |||
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| Leute, Leute, hört mein Tuten | |||
| und laßt raten euch im Guten: | |||
| Ihr Sternengucker unterm Dach, | |||
| steigt jetzt in euer Schlafgemach. | |||
| Vier hat`s geschlagen. | |||
| Die Sterne sind so weit und fremd. | |||
| Es wird schon hell, der Haushahn kräht. | |||
| Der Hahnrei aber merkt zu spät, | |||
| wieviel`s geschlagen! | |||
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